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Monday, July 13, 2020

Agentur für Arbeit: Ruheständler bearbeitet Kurzarbeitergeld in Frankfurt (Oder) - Märkische Onlinezeitung

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Frankfurt (Oder) (MOZ) Am 31. August ist sein letzter Arbeitstag. Dann wird sich Norbert Kluge mehr um seine zwei Enkeltöchter in Leipzig und den Enkelsohn in Frankfurt (Oder) kümmern können. Und es ist wieder mehr Zeit, seiner Frau im Haushalt zu helfen. In den Ruhestand wurde der 69-Jährige allerdings schon vor vier Jahren verabschiedet. Für fünf Monate ist er aktuell quasi in seinem zweiten Arbeitsleben.

Im ersten war er Leiter des Kia-Teams in der Agentur für Arbeit. Dieses kümmert sich um die Bearbeitung von Kurzarbeiter- und Insolvenzgeld sowie Arbeitsteilzeit. Als Norbert Kluge zu Beginn der Krise in den Medien davon mitbekam, dass viele Betriebe Kurzarbeit anzeigen müssen, "da habe ich mir Gedanken gemacht, was wohl in meiner alten Arbeitsstelle los sein wird". Einen Tag darauf bekam er einen Anruf, ob er eine Weile in seine alte Tätigkeit zurückkommen könne.

Überrascht war er nicht. Er wusste, dass in diesem Bereich viel an Arbeitskräften reduziert wurde. "Als ich aus dem Team ausgeschieden bin, waren es 20 bis 25 Mitarbeiter. Jetzt hatte sich das Team halbiert." Das hatte damit zu tun, dass die Wirtschaft zuletzt boomte und nur wenige Unternehmen aus konjunkturellen Gründen Kurzarbeitergeld in Anspruch nehmen mussten, wie Jochem Freyer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit in Frankfurt, erklärt. Auch das Saison-Kurzarbeitergeld sei rückläufig gewesen. Die wenigen Mitarbeiter reichten also aus. "Das hat sich mit Beginn der Corona-Krise schlagartig geändert. Wir mussten die Kapazitäten in kürzester Zeit massiv ausbauen", sagt er. Für die Bearbeitung von Kurzarbeitergeld eingesetzt wurden im April und Mai zehnmal so viele Mitarbeiter wie üblich. Die meisten arbeiten sonst in der Arbeitsvermittlung und Berufsberatung, wo es in dieser Zeit keinen Publikumsverkehr gab. "Einige zusätzliche Kräfte kamen als Amtshilfe aus anderen Behörden und aus dem Ruhestand." Einer von ihnen ist Norbert Kluge.

Drei Tage nach dem Anruf und einer Beratung mit seiner Frau ging er wieder arbeiten. Anders ist für ihn jetzt, dass er in fünf Minuten seine Arbeitsstelle erreicht. Früher musste er zweimal die Woche nach Cottbus pendeln. Aber neben seiner Nachfolgerin ist auch er aktuell wieder als Teamleiter eingesetzt. In die technische Seite, also in bestimmte Programme zur Bearbeitung von Anträgen, habe er sich erst wieder "einfuchsen" müssen. Dass er nach vier Jahren nicht mehr für die Arbeit geeignet ist, sieht er nicht so: "Die Arbeit an sich ist wie Fahrradfahren. Das lernt man mal und vergisst es nicht mehr." Das treffe auch auf Führungstätigkeiten zu.

Außerdem sei er gesundheitlich "voll auf der Höhe". Dass die Aufgaben anstrengend sind, sei logisch. Er fühlt sich aber belastbar und in der Lage, sie zu erfüllen. Sport hält ihn körperlich und geistig fit. Er ist Frühaufsteher und im Ruhestand immer morgens joggen gegangen. Da er jetzt halbtags arbeitet – Beginn ist 6 Uhr – muss das Joggen auf nachmittags oder das Wochenende verschoben werden.

Reisen war ohnehin schwierig

Inzwischen sind die meisten Mitarbeiter, die beim Kurzarbeitergeld ausgeholfen haben, wieder in ihre angestammten Arbeitsbereiche zurückgekehrt. Für Norbert Kluge steht ab September der endgültige Ruhestand an. Versäumt hat er in den Monaten nur, was durch Corona sowieso schwierig war: die Betreuung seiner Enkel und das Verreisen. Und: "Ich brauchte nicht so viel im Haushalt helfen." Aber auch dabei will er seine Frau wieder entlasten. Im zweiten Ruhestand.




July 14, 2020 at 11:00AM
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